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An(ge)dacht November 2011

Novemberandacht: Umkehr ins Leben

Tut Buße. Verändert eure Haltung. Verhaltet euch neu. Kehrt um – wie bei einer Körperdrehung um 180 Grad. Lasst Altes hinter euch. Fangt neu an.

Glaubt in dem Evangelium. Ihr seid da drin wie in einem unendlich weiten Raum seit ihr getauft seid. Umkehr. Jesus ruft uns hinein in diese Lebensbewegung im Glauben. Das ist – zusammengefasst – seine Verkündigung: Tut Buße (kehrt um) und glaubt in dem Evangelium (Markusevangelium 1, 15). Das ist deine Chance. Ergreif sie. Freu dich drüber!

Umkehr meint eine grundlegende Änderung meines Lebens. Ernstlich krank geworden zu sein, kann dazu die Initialzündung sein: Du musst dein Leben ändern. Dein Verhältnis zu anderen. Dein Verhältnis zu deinem eigenen Leib und zu deiner eigenen Seele.

Auf ihrem Lebensweg müssen sich Menschen manchmal befreien von dem Einfluss anderer Personen – insbesondere der Eltern. Therapien und Ratgeberliteratur sollen dazu helfen. Welche eigenen Fähigkeiten sind bei mir blockiert? Wie kann ich arbeits- und liebesfähig werden, erfolgreich, glücklich, kreativ?

Das alles kann Buße enthalten. Doch nicht nur der Einfluss schwieriger Menschen, auch die Wirkung böser Mächte muss in mir abgebaut werden. Was kann ich gewinnen? Gelassenheit. Entschlossenheit. Aber auch Geduld im Leiden und Bereitschaft zum Sterben. Menschenfurcht in jeder Hinsicht belastet die Seele um so weniger, je mehr dort Gottesfurcht einzieht.

In Therapie und Beratung wirkt gute Schöpfungskraft. In der Lebensbewegung der Umkehr wirkt göttlicher Geist. Dann ziehen am Bußtag nicht Trübsinn und Traurigkeit in die Seele ein. Sondern: Freude am Leben (manchmal sogar im Krankenhaus) und Liebe zu Gott und den Menschen und auch sich selbst gegenüber.

Kehrt um und glaubt in dem Evangelium!

Wolfgang Ebel, Klinikseelsorger in Göttingen

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