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An(ge)dacht August 2008

Und ich, Daniel, war erschöpft und lag einige Tage krank. (Daniel 8, 27)

Auch Propheten haben Fehlzeiten im Beruf. Der Prophet Daniel hatte ein Traumgesicht von Widder und Ziegenbock im Kampf, von Verwüstung. Das treibt ihn um. Der Engel Gabriel deutet ihm die Vision. Eine düstere Zukunft steht bevor, aber irgendwann wird sie ein Ende finden. Für Daniel bleibt das rätselhaft und er darf nichts davon weitersagen.

Ein belastender Beruf. Er weiß viel, aber nicht alles. Er macht sich Sorgen. Er kann nichts tun. Er darf nicht reden. Das erschöpft ihn. Er wird krank. Psychosomatisch – sagen wir heute.

Daniel kann einem zur Selbsterkenntnis helfen:
Was habe ich in den zurückliegenden Monaten gehört und gesehen?
Welche Sorgen haben mich belastet?
Was habe ich verstanden und was blieb rätselhaft?
Worüber konnte ich reden? Mit wem?
Was musste ich für mich behalten?
Bin ich erschöpft?

Es wäre gut, wenn Sie noch nicht krank sind. Arbeit kann einen krank machen, wenn sie seelisch schwer zu verkraften ist. Körperliche Erschöpfung ist meist angenehm. Sie verschwindet nach Dusche und Schlaf. Seelische Erschöpfung tragen wir mit, Tag um Tag.
Ich finde keine Lösung für ein Problem.
Ich habe Streit oder bekomme den Streit anderer zu spüren.
Alles ist unübersichtlich.
Wozu das Ganze?
Manch einer wird krank. Einige Tage oder länger. Daniel auch, der Prophet.
"Und ich, Daniel, war erschöpft und lag einige Tage krank. Danach stand ich auf und verrichtete meinen Dienst beim König."
Was ist in den einigen Tagen geschehen? Daniel hat gelegen.
Er hat alles aus den Händen gelegt. Was er nicht begreifen und behandeln kann, hat er losgelassen. Die rätselhafte Zukunft überlässt er Gott. Ihn kennt er. Auf ihn vertraut er. Von ihm erwartet Daniel, was kommt und wie es ihm und seinem Volk darin ergehen wird.
Nachdem er seine Sorgen Gott übergeben hat, kann Daniel seinen normalen Dienst wieder aufnehmen. Er tut, was anliegt, mehr nicht. Das ist entlastend.
Daniel kann einem zur Entlastung helfen:
Was kann ich selbst leisten?
Was kann nur Gott tun?
Wo und wann ziehe ich mich einige Tage zurück mit Gott?
Was erwarte ich aus seiner Hand?
Was lege ich in seine Hand?
Im Urlaub haben Sie Zeit dafür.
Einige Tage hinlegen.
Die seelische Last der Arbeit bei Gott ablegen, bevor Sie krank werden.
Sich auf die Zukunft besinnen.
Sie kommt von ihm und nicht von uns – Gott sei Dank.
Daniel kann einem zum Gespräch mit Gott helfen:
"Ich liege vor dir mit meinem Gebet und vertraue nicht auf meine Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.
Ach Herr, höre! Ach Herr, sei gnädig! Ach Herr, merk auf! Tu es und säume nicht!"

(Daniel 9,18+19)

Pastorin Gräfin Amélie zu Dohna, Stephanusgemeinde, Göttingen

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