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An(ge)dacht Oktober 2008

In der Kirche verirrt...

Neulich hat sich ein Mensch in unserer Kirche verirrt. In eine Kirche hinein verirren sich manchmal Menschen, doch in einer Kirche verirren?

Nun, wir haben eine Kirche, die in den 60er Jahren erbaut wurde. Unter der Kirche befinden sich Gemeindesaal und Toiletten. Eine Frau musste die Toilette benutzen. Sie ging die Treppe in der Kirche hinunter und fand nach kurzem Suchen auch die Toilette. Nun wollte sie zurück in die Kirche. Im unbekannten Flur schaute sie sich um, sah auch eine große Treppe, die aufwärts führte und in die Kirche führte. Doch am Ende der Treppe musste sie feststellen, dass ein Rolltor den Weg versperrte. Ein Türgriff, oder ein Schalter, der das Rolltor öffnen konnte, war nicht vorhanden. Anheben ließ es sich auch nicht. In der Kirche hörte sie den Pastor sprechen. Sollte sie sich geirrt haben? Die Frau stieg die Treppe hinab, schaute sich im dunklen Flur um. Doch sie konnte keine 2. Treppe entdecken. Nur Türen, die geschlossen waren, konnte sie ausmachen. Zurück zur Rolltor. Kein Schalter, kein Türgriff. Panik und Angst machte sich breit. Erst zaghaft, dann immer lauter und verzweifelter polterte sie an das Rolltor. Da musste doch jemand sie hören.

Plötzlich stand ein Mensch hinter ihr. "Keine Angst, ich helfe Ihnen heraus." Der Mensch führte die Frau in den langen dunklen Gang, öffnete die letzte Tür rechts und stieg mit ihr über die kleine dunkle Nebentreppe zur Kirche hinauf.

Und die Kirchenbesucher? Einige hatten bemerkt, dass die Frau sich erhoben hatte und die dunkle Nebentreppe hinabgestiegen war. Nun lauschten sie der Predigt des Pastors. Nach einer Weile hörten 65 Personen das erst zaghafte, dann immer heftiger werdende Klopfen und Poltern.

"Man müßte doch..."
"Kann da nicht jemand..."
"Wie kann die bloß..."

So liefen die Gedankengänge. Selbst der Pastor dachte: "Warum hilft da niemand. Ich verlaufe mich noch in meinem Konzept."

Nach einer Weile hörte das Klopfen auf. Erleichtert lehnten sich 64 Personen zurück und lauschten der Predigt, die vom Verirren und wieder finden handelte.

Sollten Sie sich also einmal in der Kirche verlaufen, müssen Sie wissen, dass sie in den dunklen Gang hineingehen müssen. Sollten Sie wissen, dass sie an viele Türgriffe fassen müssen, um vielleicht die richtige zur Nebentreppe zu finden, die letzte, im dunklen Gang rechts.

Und wenn alles verschlossen ist, rütteln Sie am Rolltor! Unter den 65 Personen könnte ein Mensch sein, der nicht nur denkt: "Kann denn nicht..." Sondern der sich aufmacht, Sie zu suchen. Der Ihnen in Ihrer Angst die Hand auf die Schulter legt und sagt: "Keine Angst, ich führe Dich heraus." Und der Mensch führt sie durch den dunklen Gang, öffnet die letzte Tür rechts und führt sie in den Kirchenraum, so dass sie der Predigt vom Suchen und Finden mit dem Predigttext aus Lukas 15 lauschen können.

Sie wissen nicht, was in Lukas 15 steht? Am besten, Sie verwenden eine Suchmaschine.
Klaus Bendig, Diakon ist der Stephanusgemeinde

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