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An(ge)dacht Februar 2009

Ein Fest(tag) für die Liebenden

Böse Zungen behaupten, er sei eine Erfindung der Blumenhändler und Pralinenhersteller. Bei Google & Co. findet man mehr als fünf Millionen Einträge über ihn. In Deutschland gibt es ihn erst seit den 1950er Jahren: Valentinstag

Der Sage nach führt der Valentinstag zurück auf Valentin, der im 3. Jahrhundert Bischof in der italienischen Stadt Terni (damals Interamna) war. Er hat Verliebte getraut, darunter Soldaten, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten. Frisch verheirateten Paaren schenkte er Blumen aus seinem Garten. Die Ehen, die von ihm geschlossen wurden, standen unter einem guten Stern.

Auf Befehl des Kaisers Claudius II. wurde er am 15. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens enthauptet. Somit fällt der Todestag Valentins zusammen mit dem römischen Fest Lupercalia. An diesem Feiertag der Göttin Juno, der Frau des Jupiter und Schutzpatronin der Ehe gingen junge Mädchen in den Juno-Tempel, um sich ein Liebesorakel für die richtige Partnerwahl zu holen. Ehemänner schenkten ihren Frauen an diesem Tag Blumen.

Der römische Brauchtum mischte sich mit der Geschichte Valentins. Der Valentinstag entstand.

Blumen schenken, finde ich, ist heute noch ein guter Brauch – nicht nur für Ehemänner! – nicht nur an Valentinstag!

Was eine Blume bewirken kann?

Die Rose
Rainer Maria Rilke ging in der Zeit seines Pariser Aufenthaltes
regelmäßig über einen Platz,
an dem eine Bettlerin saß, die um Geld anhielt.
Ohne je aufzublicken, ohne ein Zeichen des Bittens oder Dankens zu äußern,
saß die Frau immer am gleichen Ort.
Rilke gab nie etwas,
seine französische Begleiterin warf ihr häufig ein Geldstück hin.
Eines Tages fragte die Französin verwundert,
warum er nichts gebe.
Rilke antwortete:
"Wir müssten ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand!"
Wenige Tage später
brachte Rilke eine eben aufgeblühte Rose mit,
legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin
und wollte weitergehen.
Da geschah das Unerwartete:
Die Bettlerin blickte auf,
sah den Geber,
erhob sich mühsam von der Erde,
tastete nach der Hand des fremden Mannes,
küsste sie und ging mit der Rose davon.
Eine Woche lang war die Alte verschwunden;
der Platz, an dem sie vorher gebettelt hatte,
blieb leer.
Nach acht Tagen
saß sie plötzlich wieder
wie früher an der gewohnten Stelle.
Sie war stumm wie damals,
wiederum nur ihre Bedürftigkeit zeigend durch die ausgestreckte Hand.
"Aber wovon hat sie, denn in all den Tagen gelebt?"
fragte die Französin.
Rilke antwortete: "Von der Rose."

Josef Bill

Andreas Overdick, Öffentlichkeitsarbeit & Projekte im Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen

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