Wo der Wein hingehört
Kirche und Diakonie
Seit Jahren und Jahrzehnten ergeben wissenschaftliche Befragungen zur Kirchenmitgliedschaft folgendes Bild: Bei aller Kritik an der Kirche schlechthin besteht die Hauptmotivation der Menschen, in ihrer Kirche zu verbleiben darin, dass diakonische Aufgaben als unerlässliche Bedingung angesehen werden.
Der diakonische Dienst am Nächsten und am Mitmenschen so beschreiben es die Befragten nahezu einhellig wird der biblischen Botschaft, dass kein Mensch aufgegeben wird gerecht.
Die ganz unterschiedlichen Einrichtungen unseres Diakonieverbandes wie die Drogenberatungsstelle, die Strassensozialarbeit, die Ehe- und Lebensberatungsstelle, die Kirchenkreissozialarbeit und viele andere Abteilungen betreuen Menschen und wenden sich ihnen zu.
Niemand, der anklopft wird abgewiesen.
Kirche und Diakonie sollten in der Tat noch enger und verzahnter sein. Denn das, was wir am Sonntag predigen, muss sich im werktäglichen Gottesdienst, dem Aufrichten der Gekrümmten bewahrheiten. Dadurch zeigt die Kirche an, dass sie nicht das Eiapopeia vom Himmel beschwört, sondern die Realien des Lebens ernst nimmt.
Hierzu gehört, dass die diakonische Arbeit der Kirche sich nicht in schierer Mildtätigkeit verliert. Gelebte Barmherzigkeit ist eben nicht Herablassung, sondern die Umsetzung biblischer Aufforderung zu Recht und Gerechtigkeit.
Die diakonische Arbeit unseres Kirchenkreises wird deshalb geschätzt, weil hier das alttestamentliche Sozialrecht, das Hilfehandeln Jesu, die karitative Mission der frühen Kirche und gegenwärtige Anwaltschaft für die Schwachen in einander münden.
Kirche und Diakonie füllen neuen Wein in neue Schläuche.
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