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Fortsetzung: Sekt oder Selters? –
Fragen zum einjährigen "Dienstjubiläum" von Superintendent Friedrich Selter

AO: Dass Göttingen eine gute Entscheidung war, hat dann ja bestimmt auch mit der Arbeit zu tun. Gibt es da Bereiche, die Ihnen in diesem Jahr besonders viel Spaß und Freude gemacht haben.

Selter: Es macht mir Spaß, morgens in die Superintendentur zu kommen, weil die Zusammenarbeit mit den beiden Sekretärinnen einfach klasse ist! Das Gleiche gilt auch für die Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Kirchenkreisamt.
Aber auch die vielen Gespräche mit den Menschen vor Ort, mit den Kirchenvorständen, mit den Pastorinnen, Pastoren, Diakoninnen und Diakonen und die Außenkontakte zu anderen Institutionen und Organisationen machen Spaß. Da bin ich in meinem Element.
Außerdem fällt mir, neben vielen anderen Dingen, der Sanierungsprozess der Neuen Arbeit Brockensammlung ein: Wir sind da noch nicht fertig, aber auf einem erfolgreichen – und vor allem gemeinsamen – Weg. Das war eine gute Erfahrung.

AO: Bei all den Erlebnissen: Gibt es denn so etwas wie ein Highlight?

Selter: Viele Dinge fallen mir da ein. Aber ein Highlight war die Nacht der Chöre. Das war unglaublich schön! Vom Frauenchor Kerstlingerode über die klassischen Chöre bis zum Gospelchor – einfach grandios! Und wenn ich noch ein herausragendes Ereignis nennen darf: Der Empfang, den der Kirchenkreis mir bereitet hat, meine Einführung und alle Willkommensgesten – das hat mich schon sehr gerührt!

AO: Aber es gibt doch bestimmt auch etwas. über das Sie sich so richtig geärgert haben, oder?

Selter: Wenn ich Zerwürfnisse wahrnehme und unnötige Kränkungen, die Menschen einander antun, dann ärgert mich das oder macht mich traurig. Das ist viel seltener vorgekommen, als oft angekündigt, aber eben auch nicht ganz ausgeblieben. Dann wird für mich die Frage konkret, was es heißt, für eine Kultur gegenseitiger Achtung und Wertschätzung einzutreten. Aber ich habe das Gefühl, wir sind da miteinander auf einem sehr guten Weg. Viele sagen, dass die Atmosphäre viel besser geworden sei. Darüber freue ich mich.

AO: Neben positiven und negativen Erfahrungen gibt es doch bestimmt auch etwas, was in dem Jahr so etwas wie die größte Herausforderung für Sie war. Können Sie die benennen?

Selter: Ja! Die Menschen in Kirche und Öffentlichkeit kennenzulernen und natürlich auch die komplizierten Strukturen des Kirchenkreises. Hier alles unter einen Hut zu bekommen, ist schon ein echter Auftrag!

AO: Wenn Sie an das zweite Jahr Ihrer Amtszeit in Göttingen denken: Haben Sie sich dafür etwas besonderes vorgenommen?

Selter: Der Kirchenkreis muss noch stärker zusammenwachsen. Da wird noch manche Brücke gebaut und Solidarität (oder sagen wir ruhig "Geschwisterlichkeit") gestärkt werden. Dafür will ich mich einsetzen. Ich möchte auch, wo ich kann, die Jugendarbeit stärken. Da geht ganz bestimmt noch was.

AO: Bei so einem großen Engagement für Ihren Beruf in der Kirche bleibt wenig Zeit. Haben Sie trotzdem Hobbys?

Selter: Gelegentlich fahre ich mit meinem Rennrad oder dem Mountainbike durch die wunderschöne Gegend. Was meine Leidenschaft für die Musik angeht, sehne ich mich danach, wieder mehr E-Bass zu spielen. Leider ist das bis jetzt alles viel zu kurz gekommen. Aber langsam muss auch für diese Dinge wieder mehr Zeit sein.

AO: Also wäre ein großer Wunsch von Ihnen, eine gute Band, die Sie als Bassisten braucht?

Selter: Wenn diese Band aus netten Leuten besteht und gute Musik im Bereich Jazz, Funk, Rock, Ballade macht: Ja!

AO: Vielen Dank Herr Superintendent Selter, dass Sie für meine Fragen Zeit hatten und Sie so umfangreich beantwortet haben.

Die Fragen stellte Andreas Overdick

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